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"Bei uns zählt die Leistung, nicht das Geschlecht."

publiziert im espace einsteiger (externe Seite), Autor: Rolf Marti (externe Seite)

Der Branchenverband ICT-Berufsbildung Schweiz hat im vergangenen November die besten Junginformatikerinnen und -informatiker des Landes ausgezeichnet. In der Kategorie "praktische Abschlussarbeit" gewann Anna Veraguth aus Reutigen.

Anna Veraguth (26) ist seit diesem Sommer Informatikerin mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ), Fachrichtung Applikationsentwicklung. Ihre Lehrstellensuche verlief problemlos (zwei Bewerbungen, zwei Zusagen). Die Ausbildung hat sie beim Bundesamt für Informatik und Telekommunikation absolviert. In der Freizeit beschäftigt sich Anna Veraguth mit ihren zwei Ponys, mit der Fotografie (www.horse-art.ch) und dem Programmieren von Websites. "Mir macht es einfach Spass, Ideen umzusetzen", sagt die junge Frau.

Seit diesem Sommer sind Sie Informatikerin EFZ. Was gab den Ausschlag für Ihre Berufswahl?

Auf die Informatik bin ich über mein Hobby, die Tierfotografie, gestossen. Ich wollte meine Bilder einem grösseren Publikum zeigen. Also begann ich, Websites zu programmieren. Dabei ist mein Interesse für die Informatik erwacht. Es ist also nicht so, dass ich bereits als Kind Computer seziert oder Netzwerke gebaut hätte – was ich bis heute nicht tue. Mich fasziniert die kreative Seite meines Berufs, das Gestalten und Programmieren.

Sie waren bei Lehrbeginn 22 Jahre alt. Was haben Sie zwischen Schulende und Lehrbeginn gemacht?

Ich habe die Quarta und die Tertia des Gymnasiums absolviert – aber ich war wohl nicht der Typ dafür. Ich wollte arbeiten. Also habe ich mich mit Gelegenheitsjobs durchgeschlagen. Mein Freund hat mich schliesslich motiviert, eine Informatiklehre zu machen. Eigentlich glaubte ich mich schon zu alt dafür... (lacht)

Als Frau sind Sie in der Informations- und Kommunikationstechnologie eine "Exotin" – auf hundert Berufsleute kommen gerade mal dreizehn Frauen. Wie erklären Sie sich das?

Viele Frauen denken, Informatik sei etwas für "Nerds" – Fachidioten und Einzelgänger, welche in einsamen Kellerräumen Computer auseinanderschrauben oder programmieren. Das ist ein komplett falsches Bild! Informatik bedeutet Kommunikation und Teamarbeit. Wer die Probleme seiner Kunden nicht versteht, kann ihnen keine Lösungen bieten. Und intelligente Lösungen entstehen in der Regel im Team. Der Beruf ist auch weit weniger technisch als gemeinhin angenommen. Wer wie ich in der Applikationsentwicklung tätig ist, hat mit Hardware, Kabel und Co. wenig zu tun.

Wie müssen Frauen angesprochen werden, damit sie sich vermehrt für Informatik interessieren?

Man muss ihnen sagen, dass Informatikerin ein kreativer und kommunikativer Beruf ist, dass die Arbeit gut bezahlt wird und dass Teilzeit- und Telearbeit möglich sind – was im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig ist.

Wie steht es mit Mathematik? Sie schreckt viele Frauen ab.

Wer in der Sekundarschule ein 4,5 oder 5 in Mathematik hat, dürfte in der Berufsfachschule keine Probleme haben. Wichtiger ist jedoch die Fähigkeit zum abstrakten Denken. Schliesslich gilt es, ein reales Problem in die abstrakte Sprache des Programmierens zu übersetzen.

Was empfehlen Sie jungen Frauen, die mit einer Informatikausbildung liebäugeln, sich diese aber nicht zutrauen?

Sie sollen schnuppern gehen. Einige Betriebe bieten eigens Schnuppertage für Frauen an, zum Beispiel das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation. Und sie sollen einen Eignungstest machen. Vielleicht werden sie wie ich überrascht sein vom Resultat. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich den Test bestehen würde.

Wie erleben Sie den Arbeitsalltag: Haben Sie als Frau einen Vorteil, einen Nachteil oder spielt das Geschlecht keine Rolle?

Ich erlebe weder Bevorzugung noch Diskriminierung. Bei uns zählt die Leistung, nicht das Geschlecht.

Sie haben den "ICT Young Professional Award 2012" für die beste praktische Abschlussarbeit gewonnen. Worum ging es in dieser Arbeit?

Ich habe während meiner Lehrzeit am Projekt "e-dec" der Eidgenössischen Zollverwaltung mitgearbeitet. "e-dec" verarbeitet pro Tag gegen 200 000 Zolldeklarationen und enthält einen Algorithmus zur Fehlererkennung. Ich habe ein Instrument entwickelt, mit welchem man die Regeln zur Fehlererkennung einfacher verwalten kann.

Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Ich bin sehr stolz und hätte nie damit gerechnet. Immerhin wurden rund 2000 Arbeiten bewertet.

Mit dem Abschlusszeugnis und dem Award stehen Ihnen viele Wege offen. Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?

Ich habe bei der Firma A.P. Kern in Uetendorf eine Anstellung gefunden, bei der ich viel Neues dazulerne. Wir entwickeln Software für das Gesundheitswesen. Vielleicht werde ich in ein paar Jahren im Rahmen der Höheren Berufsbildung den Fachausweis als Informatikerin machen. Vorerst möchte ich aber ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln.

Neues aus der ICT-Berufsbildung

Anmeldung Regionalmeisterschaft 2013
Julien Hautle, Leiter Kommunikation Verein OdA ICT Bern

Am Montag, 25. Februar 2013 von 16:00 bis 19:00 Uhr findet in der gibb (externe Seite) die Regionalmeisterschaft des Kantons Bern statt. Teilnehmen können alle Informatik- und Mediamatik-Lernenden im dritten und vierten Lehrjahr.

Die besten Kandidatinnen und Kandidaten qualifizieren sich anschliessend für die Schweizermeisterschaften, an denen es im Herbst 2013 um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft geht. Für die Lernenden ist es eine tolle Möglichkeit, ihre Fachkompetenz zu beweisen und zu überprüfen, ob Ihnen das Lösen von modulübergreifenden Aufgaben liegt. Umgekehrt ist es für die Firmen eine Chance zu zeigen, welche Fachkräfte bei Ihnen ausgebildet wurden und so mit geringem Aufwand den Lernenden und dessen Lehrbetrieb einem schweizweiten Fachpublikum vorzustellen.

Sie können Ihre Lernenden per Post oder direkt per E-Mail anmelden. Alle nötigen Informationen finden Sie in der Einladung (PDF-Dokument).

S.P.A. Programm
Melanie Corina, Swisscom IT Services AG

Das S.P.A. Programm ist eine fundierte einjährige Diplomausbildung, die Informatik-Lehrabgängern die Chance bietet, sich zum Swisscom IT Business Solution Developer weiterzubilden. Die SAP Services der Swisscom bilden neue SAP-Spezialisten aus und schafft damit neue Perspektiven für den Berufsnachwuchs. Das Ausbildungsprojekt S.P.A. hat sich in den letzten Jahren zu einem festen Weiterbildungsangebot für junge Informatiker entwickelt. Die Nachfrage und Beachtung für das einzigartige Programm wächst, sowohl in Berufsschulen als auch in Betrieben. Die ehemaligen "S.P.A. ler" sind auf dem Arbeitsmarkt gefragte Fachkräfte. Sie verfügen über ein fundiertes theoretisches Grundgerüst und haben meist auch schon praktische Erfahrung in SAP-Projekten gesammelt; entsprechend erwarten sie interessante Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Das S.P.A.-Programm adressiert junge, motivierte Querdenker mit Abschluss als Informatiker/in EFZ oder gleichwertiger Ausbildung sowie sehr guten Deutsch und guten Englischkenntnissen.

Die Ausbildung bietet unschlagbare Vorteile: Die fundierte SAP-Ausbildung kostet die Teilnehmenden nichts, im Gegenteil, sie erhalten einen Monatslohn während des Ausbildungsjahres sowie einen garantierten unbefristeten Anstellungsvertrag bei erfolgreichem Abschluss.

Interessenten können sich direkt unter www.swisscom.ch/spa (externe Seite) bewerben. Die Vorselektion wird im Februar 2013 stattfinden. In einem eintägigen Boot Camp werden die fachlichen, methodischen sowie sozialen Kompetenzen evaluiert. Im Anschluss an das Boot Camp vergibt die SAP Services die 8 bis 10 Ausbildungsplätze in Zürich und Bern.

Agenda

  • TCBE: Mobile - revolutioniert das Business
    17. Januar 2013, Bern
  • Seminar für Lehrabgänger: Lehrabschluss - wie weiter?
    23. und 24. Januar 2013 (Auswahl), gibb
  • ICT-Regiomeisterschaft Kanton Bern
    25. Februar 2013, gibb
  • Mitgliederversammlung April 2013
    24. April 2013, 16.00 Uhr, Bern
  • tunBern 2013
    3. bis 12. Mai 2013, Bern
  • Lehrabschlussfeier QV 2013
    3. Juli 2013, 16.30 Uhr, Bern
  • Mitgliederversammlung November 2013
    26. November 2013, 16.00 Uhr, Bern
  • Mitgliederversammlung April 2014
    23. April 2014, 16.00 Uhr, Bern
  • swiss skills Bern 2014
    17. bis 21. September 2014, Bern

Auf der Terminliste mit Zusatzinformationen finden Sie auch in Zukunft alle aktuellen Anlässe.

Portrait: Thomas Riesen

In jeder Newsletter-Ausgabe stellen wir Ihnen kurz eine Person vor, welche sich für die ICT-Berufsbildung im Kanton Bern einsetzt. Heute: Thomas Riesen, Präsident der Prüfungskommission Kanton Bern.

Thomas Riesen wurde an der Mitgliederversammlung im November 2012 als Präsident der Prüfungskommission und damit als Nachfolger von Jürg Eberhart vorgestellt. 1984 hat er mit einem Partner die Predata AG in Thun gegründet, sie beschäftigen aktuell 22 Personen. Die Firma ist in den Bereichen Informatik-Infrastruktur und Software-Entwicklung (umfassende Softwarelösung für Bibliotheken, Marktführer in der Schweiz) tätig (www.predata.ch, externe Seite). Zur Zeit sind zwei Informatik-Auszubildende mit voller vierjähriger Lehre, zwei Praktikanten mit zweijährigem Praktikum und eine Kauffrau in der Ausbildung.

  • Wieso engagieren Sie sich als Präsident der Prüfungskommission?

    Seit dem Bestehen der Prüfungskommission bin ich Mitglied dieser Kommission. Es war und ist mir ein grosses Anliegen, die Sicht und die Bedürfnisse einer KMU-Ausbildungsfirma einzubringen. Diese weicht doch in einigen Punkten von den "Grossen" ab. Das Umfeld von Berufsfachschule, üK und QV muss so gestaltet sein, dass es auch weiterhin für KMUs möglich ist, eine vierjährige Informatik-Lehre anzubieten.
  • Wie kann auch in Zukunft die Gleichheit zwischen den Lernenden - unabhängig von Lehrperson, Lehrfirma und Ausbildungsmodell - sichergestellt werden?

    Da sprechen Sie ein mir sehr wichtiges Thema an. Am Schluss der Ausbildung steht ein einheitliches Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, zu welchem aber viele Wege führen. Alle am Ausbildungsprozess beteiligten Institutionen müssen sicherstellen, dass die Leistungen, welche hinter den einzelnen Noten stehen, vergleichbar sind. Soweit dies in den Möglichkeiten unserer Kommission liegt, geben wir Vorgaben, dass diese Vergleichbarkeit erreicht werden kann. Hier wurde bereits einiges unternommen, der Weg zu einer wirklich einheitlichen Ausbildung im Kanton oder gar schweizweit muss jedoch weiter engagiert gegangen werden.
  • Wie planen Sie, den Anteil Frauen in der Prüfungskommission und bei den Experten erhöhen?

    Diese Aufgabe wurde mir von der OdA als eine Art Aufgabenpaket in mein Amt mitgegeben. An der letzten Kommissionssitzung war dies ein Traktandum, und wir haben bereits Ideen und Vorschläge gesammelt, wie wir den frei gewordenen Sitz (Rücktritt Jürg Eberhart) in der Kommission mit einer Frau besetzen können. Von einer Quotenregelung halte ich persönlich aber nichts. Wir haben die gewünschten Skills definiert und hier gilt, dass die Fähigkeit klar vor dem Geschlecht kommt. Es gibt einige fähige Frauen in unserem Ausbildungsumfeld, nur müssen diese dann auch gewillt sein, sich in der Kommission zu engagieren.
  • Welche Massnahmen sind geplant, damit die Qualität der Prüfungen hoch bleibt?

    Die Modulprüfungen und die IPA laufen seit einigen Jahren nach einem übersichtlichen, kontrollierbaren Prozess ab. In diesem Prozess sind die Aufgaben aller Beteiligten definiert, er basiert auf den grossen Erfahrungen unseres Chefexperten Andy Bula, seinem Team, den Schulen und natürlich den rund 240 Prüfungsexpertinnen und Prüfungsexperten. Neben unseren "normalen" Sitzungen, trifft sich die Prüfungskommission nach dem QV, in der Regel gegen Ende August, zu einem Workshop. An diesem wird das abgeschlossene QV wirklich sehr kritisch analysiert und hinterfragt. Auch der Schlussbericht des Chefexperten beleuchtet das vergangene QV nochmals, allfällige "Problemzonen" werden offen und ehrlich aufgezeigt. Genau diese selbstkritische Haltung scheint mir die beste Garantie dafür, dass die Qualität weiterhin derart hoch bleibt.
  • Wie könnte man aus Ihrer Sicht die Beteiligung an den Berufsmeisterschaften erhöhen?

    Auch ich habe dafür kein Rezept, ich weiss, diese Antwort würde wohl jeder geben. Es scheint mir ein Problem der Motivation der Lernenden aber auch der Lehrbetriebe zu sein. Nochmals viel Zeit und Engagement zu investieren, ist nicht so gefragt. Tatsache ist, dass Lehrabgänger mit einem guten oder sehr guten Zeugnis ohnehin sehr gefragt sind und mühelos eine "gute Stelle" finden, die Firmen reissen sich um diese, egal ob sie jetzt noch einen Meistertitel haben oder nicht. Vielleicht fehlt es auch an einer gezielten Information der Lernenden und Lehrbetriebe. Wenn die Anwärter persönlich für eine Teilnahme angegangen würden, würde sich vielleicht der Berufsstolz stärker wecken lassen. Dies alles mag ernüchternd klingen, trotzdem weiter dran bleiben!

Kontakt

Alle Vorstandsmitglieder, entsprechende Aufgabenbeschreibungen und E-Mailadressen finden Sie auf unserer Kontaktseite. Falls Sie Ihr Anliegen nicht direkt einer Ansprechsperson im Vorstand zuordnen können, steht Ihnen unsere Geschäftsstelle (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, +41 79 264 02 59) gerne zur Verfügung.